Schweinehaltung (Unsplash, lizenzfrei)
Marktlage KW 20/2026
Der europäische Schweinemarkt geriet in der 20. Kalenderwoche unter spürbaren Preisdruck. Der Abrechnungspreis fiel im EU-Durchschnitt um 3,2 % gegenüber der Vorwoche auf 1,82 €/kg SG (Schlachtgewicht).
Hauptursachen
Saisonal hohe Schlachtgewichte
Die Durchschnittsgewichte liegen aktuell 2,1 kg über dem Vorjahresniveau. Für Verarbeiter bedeutet dies einen temporär erhöhten Ausbeute-Koeffizient beim Zerlegen, aber auch erhöhten Fettanteil in bestimmten Teilstücken.
Stockender Export in Drittländer
Die Exportmengen nach Südostasien (insbesondere Vietnam und Philippinen) sanken in den letzten drei Wochen um 18 %. Chinesische Häfen melden weiterhin Abfertigungsverzögerungen durch Inspektionsrückstau.
Innerdeutsche Schlachtkapazitäten
Mehrere große Zerlegebetriebe in NRW und Bayern melden volle Kühlhäuser. Die Lagerbestände an Schweinebauch (TK) liegen 12 % über dem 5-Jahres-Durchschnitt.
Preistabelle: Europäischer Vergleich (€/kg SG)
| Land | KW 20 | KW 19 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Deutschland | 1,80 € | 1,86 € | −3,2 % |
| Dänemark | 1,84 € | 1,89 € | −2,6 % |
| Niederlande | 1,79 € | 1,85 € | −3,2 % |
| Spanien | 1,88 € | 1,91 € | −1,6 % |
| Polen | 1,71 € | 1,76 € | −2,8 % |
Empfehlungen für Verarbeiter
- Rohstoffeinkauf: Opportunistisch eindecken für die nächsten 2–3 Wochen. Fokus auf Schulter und Nacken.
- Rezepturanpassung: Bei erhöhtem Fettanteil ggf. Rezeptur für Brühwurstprodukte temporär adjustieren.
- Lagerplanung: TK-Kapazitäten prüfen — die aktuellen Überbestände könnten zu kurzfristigen Preisrabatten führen.
Ausblick KW 21
Leichte Erholung erwartet (+1–2 %), sofern Export-Freigaben aus China eintreffen. Grillsaison-Effekte könnten ab Ende Mai stützend wirken.
Alle Preisangaben: Indikativwerte auf Basis öffentlich zugänglicher Marktberichte (ISN, AMI). WIT übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben.