Schwein auf einem deutschen Bauernhof Bild: Schweinehaltung in Deutschland — ASF in Wildbeständen gefährdet Exportmärkte. (Unsplash, lizenzfrei)

ASF in deutschen Wildbeständen — Exportrisiko bleibt real

KW 22/2026

In den Bundesländern Nordrhein-Westfalen (68 Fälle) und Hessen (12 Fälle) wurde die Afrikanische Schweinepest (ASF) in Wildschweinen offiziell bestätigt (Stand: 21. Mai 2026). Inländische Hausschweinebestände sind bislang nicht betroffen. Drittländer haben jedoch bereits reagiert: China verhängte Importzölle bis 19,8 % auf spanisches Schweinefleisch; Japan aktivierte partielle Bezugssuspendierungen.

Die VEZG-Notierung liegt stabil bei 1,60 €/kg Schlachtgewicht. Diese Stabilität sollte jedoch nicht über das erhebliche Tail-Risk täuschen: Eine Ausbreitung der ASF auf deutsche Haustierhaltungen würde einen massiven Versorgungsschock auslösen, der weit über die aktuellen Preisnotierungen hinausgehen würde.

Empfehlungen für Verarbeiter

  • Rohwaren-Pufferlager aufbauen: Strategische Reserven auf Basis eines 4-Wochen-Verbrauchs
  • Alternative Herkunftsländer identifizieren: EU-Länder ohne aktive ASF-Betroffenheit vorvertraglich sichern
  • Contingency-Plan entwickeln: Szenarien für den Fall einer Ausbreitung auf Hausschweinbestände durchspielen
  • Marktnachrichtenlage verfolgen: VEZG-Wochenberichte und offizielle Behördenmeldungen wöchentlich auswerten

Quellen: VEZG Wochenbericht 21.05.2026; AHDB EU Red Meat Outlook Spring 2026