Bild: Schweinehaltung auf einem Bauernhof — staatliche Tierwohl-Kennzeichnung seit März 2026 Pflicht. (Unsplash, lizenzfrei)
Handel verlässt Haltungsstufe 1 — Staatliche Kennzeichnungspflicht seit März 2026
KW 22/2026
Seit März 2026 ist die staatliche Haltungskennzeichnung für frisches Schweinefleisch aus Innenhaltung verpflichtend. Parallel haben die drei größten deutschen LEH-Konzerne ihren Ausstieg aus der untersten Haltungsstufe beschleunigt:
| Händler | Maßnahme | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Aldi Süd | Keine Stufe-1-Ware mehr | Abgeschlossen |
| Lidl | Ausstieg aus Stufe 1 | Abgeschlossen / laufend |
| REWE / Penny | Mindeststandard Stufe 2 | Abgeschlossen |
Auswirkungen auf die Lieferkette
Für Lieferanten, die bislang auf Stufe-1-Produktion ausgerichtet sind, besteht unmittelbares Delistungsrisiko bei diesen Schlüsselkunden. Da diese drei Händler zusammen einen erheblichen Teil des deutschen LEH-Umsatzes auf sich vereinen, ist die praktische Marktreichweite von Stufe-1-Produkten signifikant gesunken.
Zudem führt die staatliche Kennzeichnungspflicht dazu, dass Verbraucher die Haltungsform transparent nachvollziehen können — mit entsprechenden Konsequenzen für das Kaufverhalten bei bewusst einkaufenden Zielgruppen.
Handlungsempfehlungen
- Lieferkette auf aktuelle Haltungsstufen-Konformität auditieren
- Strategischen Umstellungsplan für Haltungsstufe 2 oder höher entwickeln
- Bestehende Handelsverträge auf Haltungsform-Anforderungen prüfen
- Kommunikationsstrategie für Labeländerungen vorbereiten
Quellen: Pressemitteilungen Aldi Süd, Lidl, REWE Group, März 2026; Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)